The-Y CRM · Self-Hosting

Welchen Server brauche ich?

Diese Seite sagt dir welche Server-Größe du für welche Nutzung brauchst — mit klarer Empfehlung, damit du weder zu klein (ruckelt, Anrufe brechen ab) noch unnötig zu groß kaufst.

Kurzfassung: The-Y CRM läuft schon auf einem kleinen 4-GB-Server. Was den Bedarf wirklich hochtreibt, ist Telefonie mit vielen gleichzeitigen Gesprächen + Aufnahme und großer Marketing-Massenversandnicht die Zahl deiner Kontakte. Die meisten Firmen fahren mit „Mittel" (4 vCPU / 8 GB) bestens.

1. Minimum (damit es überhaupt startet)

RessourceMinimumBemerkung
CPU2 vCPU1 vCPU reicht nur zum Angucken, nicht für echten Betrieb
RAM4 GBDarunter beendet der Kernel bei Lastspitzen (Build/Marketing) Dienste
Datenträger40 GB SSDSystem + Images + DB + erste Anhänge. HDD nicht empfohlen (Postgres + Dateispeicher wollen IOPS)
BetriebssystemLinux + Docker & Docker Composegetestet auf Debian/Ubuntu
Netzfeste IP empfohlenfür die eigene Telefonanlage Pflicht (siehe §5)

Das startet den kompletten Stack: app, worker, postgres, redis, minio — plus optional asterisk, coturn, piper für die eigene Telefonanlage und caddy für automatisches HTTPS. Der Installer richtet all das mit einem Befehl ein.

2. Was die einzelnen Dienste kosten

DienstWofürRAM (Ruhe → Last)Treiber
appWeb-Oberfläche + API0,4 → 1,5 GBgleichzeitige Nutzer
workerE-Mail-Abruf, Marketing, Erinnerungen, Anruf-Nachbereitung0,25 → 1 GBMarketing-Größe, Postfächer
postgresalle Daten0,5 → 1,5 GBDatenmenge + Berichte
redisJob-Warteschlange~0,1 GB
minioAnhänge, Aufnahmen, Voicemail~0,25 GBDatei-Volumen (Disk!)
asteriskTelefonanlage0,2 GB → je Gesprächgleichzeitige Anrufe
coturnAudio-Durchleitung (NAT)~0,1 GBAnrufe über schwierige Netze
piperneuronale Ansage-Stimme (TTS)0,2 → 0,5 GBnur beim Vertonen von Ansagen

Merksatz: Kontakte/Firmen/Deals sind für den Server fast gratis (Datenbank-Zeilen). Was wächst, ist Speicherplatz (Anhänge/Aufnahmen) und CPU/Bandbreite (gleichzeitige Anrufe).

3. Empfohlene Größen nach Nutzung

Wähle die Spalte, in der die höchste deiner Zahlen liegt — eine große Zahl reicht, um eine Stufe höher zu müssen.

KleinMittelGroß
Server2 vCPU · 4 GB · 40 GB SSD4 vCPU · 8 GB · 80–160 GB SSD8+ vCPU · 16–32 GB · 200+ GB NVMe
Nutzer gleichzeitigbis ~5~5–2020–50+
E-Mails / Tagbis ~500~500–3.0003.000+
Gleichzeitige Anrufe1–25–1020+
Anruf-Aufnahmeleichtjadauerhaft
Marketing / Monatbis ~2.000~10–20.00050.000+
Passt fürEinzelbüro, Startwachsendes TeamCall-Center / mehrere Marken
Wichtig zu „gleichzeitige Anrufe": Es zählt nicht wie viele Anrufe pro Tag, sondern wie viele im selben Moment laufen. 200 Anrufe/Tag, aber nie mehr als 3 parallel = Klein/Mittel.
Unsere klare Empfehlung
Die meisten Firmen: „Mittel" — 4 vCPU / 8 GB / 80–160 GB SSD. Bequemer Puffer für Team, Berichte, Marketing und ~5–10 parallele Gespräche mit Aufnahme.
Nur CRM + E-Mail + WebChat (kaum Telefon): „Klein" genügt locker. · Ernsthaftes Call-Center: „Groß", dann Telefonie und Datenbank möglichst auf getrennte Server (§6).

4. Speicherplatz realistisch planen

Der Datenträger ist das, was mit der Zeit vollläuft — plane ihn großzügiger als RAM:

Faustregel: Grund-40 GB + geschätztes Aufnahme-/Anhang-Wachstum × 12 Monate + Reserve. Bei viel Aufnahme lieber 160–200 GB. Alte Aufnahmen/Anhänge lassen sich später auslagern/löschen.

5. Telefonie braucht mehr als Rechenleistung

Wenn du die eigene Telefonanlage nutzt, kommen Netz-Anforderungen dazu:

6. E-Mail-Versand: ausgehende Ports (die häufigste Cloud-Falle)

Das CRM verschickt E-Mails (Passwort-Reset, Benachrichtigungen, Marketing) über dein SMTP-Postfach — also ausgehende Verbindungen zu Port 587 (bzw. 465/25). Viele Cloud-/VPS-Anbieter sperren diese ausgehenden Mail-Ports standardmäßig als Spam-Schutz (u. a. Hetzner, netcup, DigitalOcean, AWS/GCP/Azure).

Symptom: E-Mail-Versand schlägt mit „Connection timeout" fehl, obwohl Zugangsdaten stimmen. Das Empfangen per IMAP (993) ist meist NICHT gesperrt → nur das Senden hakt.
Prüfen (vom Server): nc -zv dein-mailserver 587 — Timeout = blockiert.
Lösung 1 (meist am einfachsten): beim Anbieter ein Support-Ticket „ausgehende SMTP-Ports 587/465 freischalten" öffnen (mit Server-IP; kein Massenversand). Wird für seriöse Nutzung i. d. R. freigeschaltet.
Lösung 2: einen transaktionalen Mailversand-Dienst über HTTPS/Port 443 nutzen — 443 ist nie gesperrt.

Am eigenen Anschluss/Firmen-Server tritt das meist nicht auf; dort ist eher die feste IP das Thema (§5).

7. Ab wann trennen (Scale-out)

Ein einzelner Server trägt weit. Erst bei echtem Call-Center-Aufkommen lohnt Aufteilen:

  1. Zuerst postgres auf einen eigenen Server (oder Managed-Postgres) — die DB ist der wertvollste, IO-empfindlichste Teil.
  2. Dann asterisk + coturn auf einen eigenen Telefonie-Host — so stört Gesprächs-Last nie die Web-App.
  3. minio kann auf externen S3-Speicher zeigen, wenn Aufnahmen/Anhänge groß werden.

8. Betrieb & Datensicherung

Schnell-Entscheidung
„Nur CRM + Postfach + Chat für ein kleines Team" → Klein (2/4/40).
„Team, Berichte, Marketing, gelegentlich telefonieren mit Aufnahme" → Mittel (4/8/160) — Standard-Empfehlung.
„Wir telefonieren den ganzen Tag / Call-Center" → Groß (8+/16–32/NVMe), Telefonie & DB später trennen.
Im Zweifel eine Stufe größer starten — RAM/Disk nachrüsten ist lästiger als Reserve von Anfang an.

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